Release, New Dance, Improvisation, Performance, Konzepttanz, Sprechtheater und noch einiges mehr – welche Formate und Methoden zur Vermittlung zeitgenössischer tanz- und theaterkünstlerischer Inhalte eignen sich besonders für die pädagogisch-künstlerische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, insbesondere mit solchen aus herausfordernden sozialen Verhältnissen oder mit Migrations- und Fluchterfahrung?
Um diese Frage geht es in der seit 2018 jährlich von der Initiative LUNA PARK in Berlin realisierten Fachkräftebegegnung Teaching Performance, die im September 2025 erneut Tanz-, Theater- und Musikpädagoginnen aus Griechenland und Deutschland zusammenbrachte. Die Teilnehmenden arbeiten in Schulen, Kitas, Kulturinstitutionen und Freiräumen in beiden Ländern sowie in anderen europäischen Kontexten; sie choreografieren, komponieren, unterrichten und entwickeln künstlerische Formate für Kinder, Jugendliche, Laienensembles und professionelle Performerinnen. Ihre Erfahrungshintergründe sind vielfältig und reichen von jahrzehntelanger Praxis bis hin zu ersten eigenen Arbeitsfeldern – ergänzt durch die jeweiligen sozialen, kulturellen und künstlerischen Perspektiven, die sie in die Begegnung einbringen.
Zentraler Ort der Zusammenarbeit im Rahmen von Teaching Performance ist die Gesundbrunnen-Grundschule im Berliner Wedding, eine Brennpunktschule und langjährige Partnerinstitution der Initiative LUNA PARK. Die große Aula wird als Arbeits-, Forschungs- und Reflexionsraum genutzt und erlaubt es, Methoden zu erproben, zu vergleichen und gemeinsam kurze choreografische Sequenzen zu entwickeln. Parallel dazu bietet ein laufendes Workshop-Programm von LUNA PARK Einblicke in die tägliche tanz- und theaterpädagogische Praxis der Schule: von der Hospitation am Morgen bis zur spontanen Pop-Up-Performance der Kinder auf dem Schulhof. Um auch selbst Impulse zu setzen, zeigen einige der teilnehmenden Tanzschaffenden eigene kurze Arbeiten und choreografische Skizzen für die Kinder und das pädagogische Team.
Neu im Programm 2025 waren zwei inhaltlich besonders wertvolle Komponenten:
_ Teilnahme am Symposium „Zukunft ist jetzt – Berliner Runder Tisch Kulturelle Bildung“
Die Fachkräfte wirkten an einem Symposium mit, das sich mit kultureller Bildung im schulischen und frühkindlichen Kontext befasst. Der Austausch mit Akteur*innen aus Politik, Wissenschaft und Praxis ermöglichte einen vertieften Blick auf strukturelle Herausforderungen und innovative Vermittlungsansätze in Berlin. Die Teilnahme bot wertvolle Impulse für die Weiterentwicklung eigener Konzepte und ermöglichte die direkte Verknüpfung der Begegnung mit aktuellen Diskursen der kulturellen Bildungslandschaft.
_ Mitwirkung an der Summer School „Viral Atmospheres“ (Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin / AG Medical Anthropology)
Im Rahmen der Summer School präsentierten die Teilnehmenden ihre Arbeitsweisen und führten einen gemeinsamen Workshop durch, der künstlerische Methoden mit anthropologischer Forschung verband. Die Auseinandersetzung mit affektiven Atmosphären, Gesundheit und sozialen Räumen eröffnete neue Perspektiven für performative und pädagogische Prozesse. So entstand ein interdisziplinärer Dialog, der weit über den klassischen kunstpädagogischen Rahmen hinausgeht.
In den vergangenen Jahren fanden Workshops auch an weiteren Berliner Kunst- und Bildungsorten statt, etwa in den Uferstudios, im Kunstraum TROPEZ im Freibad Humboldthain und in der St.-Elisabeth-Kirche. Diese Orte bieten Kindern, Jugendlichen und Fachkräften außergewöhnliche Erfahrungsräume, in denen Tanz und Bewegung unmittelbar erfahrbar werden und zeigen, dass künstlerische Prozesse nicht nur bilden, sondern auch stärken, verbinden und Freude bereiten.



































