CROSSING THE FREEWAY: OUTSIDE

CROSSING THE FREEWAY: OUTSIDE ist die für die Präsentation in öffentlich zugänglichen Räumen neu konzipierte Outdoor-Version der Tanzperformance CROSSING THE FREEWAY für sieben Darsteller*innen, die ursprünglich für eine geschlossene Bühnensituation erarbeitet und im September 2019 im Studio 14 der Uferstudios in Berlin-Wedding uraufgeführt wurde.

Das Stück thematisiert die von den ökonomischen, sozialen und ökologischen Krisen unserer Zeit ausgelösten Fluchtbewegungen aus dem globalen Süden in unsere westlichen Wohlstandszentren. Während hierzulande Krötentunnel unter und Wildbrücken über Autobahnen gebaut werden, um Tieren das unbeschadete Überqueren der Gefahrenzone zu ermöglichen, werden Abertausende von vor dem Elend in ihrer Heimat fliehenden Menschen daran gehindert, die Grenzen zu passieren, die sie vom reicheren Teil der Welt trennen. Nachrichten und Bilder von abgedrängten oder gekenterten Flüchtlingsbooten, von Ertrunkenen am Strand, von in „Aufnahmelagern“ zusammengepferchten Menschenmassen gehören inzwischen zu unserem Alltag. Diesen Bildern wird meist mit Ignoranz und Verdrängung begegnet, oft mit Hilflosigkeit, manchmal mit Angst und nur selten mit aktivem Engagement für die Betroffenen.

Unter anderem auf der Grundlage von Zeugnissen und Erinnerungen von Geflüchteten und Menschen mit Migrationsgeschichte rekonstruiert CROSSING THE FREEWAY: OUTSIDE den schwierigen Umgang mit den – menschengemachten – Barrieren, die einer freien menschlichen Bewegung im Denken und Handeln im Weg stehen. In einer reduzierten Tanzsprache, begleitet von den kargen Elektro- Beats des griechischen Komponisten Antonis Palaskas, wird immer wieder aufs Neue das scheinbar Unmögliche versucht: die durch den Stillstand der Verhältnisse bedingte existenzielle Paralyse auch des Menschlichen zu überwinden. Das Publikum ist eingeladen, den Aktionsraum der Tänzer*innen zu kreuzen und so seine eigenen Perspektiven zu ändern. Und wie die Tänzer*innen steht dabei auch das Publikum am Ende vor der Frage: Was, wenn es dafür nur noch einen einzigen Versuch gibt? Und was ist eigentlich eine Freiheit wert, die ganz offensichtlich auf der Unfreiheit der anderen beruht?

Performance & Cast
Performance: Jaewon Jung, Davide Lorenzi, Jirmeja Pattianakotta, Caspar Stuart, Nikoleta Koutitsa/ Maia Joseph, Aaron Carey-Burrows/ Lena Klink, Angeliki Anargyrou/ Agathe Vincent
Projektleitung, Konzept und Choreographie: Kosmas Kosmopoulos
Choreografische Assistenz: Nikoleta Koutitsa
Dramaturgische Beratung: Kai Pichmann
Text und Kuratierung: Dr. Maria Tsouvala
Komposition und Musik: Antonios Palaskas
Ausstattung und Kostüme: Kosmas Kosmopoulos
Koordination und Öffentlichkeitsarbeit: Carmen Maria Jentzsch, Effie Athanasodimitropoulou
Technische Leitung, Foto- und Videodokumentation: Giovanni Lo Curto

Aufführungen
Samstag, 17.06.2023, 20:30 Uhr
Sonntag, 18.06.2023, 20:30 Uhr

Tempelhofer Feld (Eingang über Tempelhofer Damm, U6 Paradestraße), Planquadrat M 11

Dauer
45 Minuten (keine Pause)

Tickets
Eintritt frei, Anmeldungen erbeten unter assistenz.lunapark@gmail.com

Produktion und Förderung
Die Produktion von CROSSING THE FREEWAY: OUTSIDE wird unterstützt durch das NATIONALE PERFORMANCE NETZ – STEPPING OUT, gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen der Initiative NEUSTART KULTUR. Hilfsprogramm Tanz und von der Absolvent*innen-Förderung DIS-TANZ-START des Dachverbands Tanz Deutschland.

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kai